Endlich war es soweit! Es ging mit "Volldampf" auf das lang ersehnte Bundeslager. Unter dem Leitmotto der Industrialisierung und mit der im Lagerlied genannten Lageridee "Es geht mit Volldampf in eine neue Zeit!", verbrachten wir 10 Tage auf dem Schachen auf der Schwäbischen Alb. Zusammen mit 4500 anderen Pfadfindern, darunter 600 internationalen Gästen, entstand eine ganze Stadt aus Schwarzzelten.
Auch wir Alemannen waren auf dem Lager gut vertreten, sei es als Gruppenkind, Leiter oder Mitarbeiter der Lagerzeitung "Telegraph" oder in den zahlreichen Pinten und Cafés. Dieses Mal lernte unsere Gruppe auch andere neue Pfadfinder und deren Sitten kennen, da wir im hessischen Teillager "Watt ihr Volt" gelandet waren. Dort ging es um die Energie und Kommunikation im 19. Jahrhundert. Strom- und Postsysteme wurden in den 10 Tagen erbaut und so entstand ein munterer Briefverkehr innerhalb des Lagers. Durch Fahrradtreten wurde auch eine nächtliche Straßenbeleuchtung ermöglicht. Um das zu bewerkstelligen, wurden viele Stunden mit Workshops und Großprojekten, wie zum Beispiel ein selbstgebauter Solarkocher, verbracht.
Jedoch war auch ein großer Teil im badischen "Explorers Club" vertreten. Der Hauptangelpunkt des Teillagers war das Café, indem man kleine Gebäckteilchen und Getränke genießen konnte. Dabei wurde die Welt endeckt und neues Wissen erworben. So fanden einige Archäologen immer wieder Dinosaurierspuren.
Trotz der verschiedenen Einteilungen in die Teillager, vereinten sich alle Alemannen jeden Abend zum gemeinsamen Abendschluss, um "Wenn der Abend naht" zu singen. Danach wurden noch nächtlicher Singerrunden bei Feurschein gebildet, unter anderem mit unser hessischen Kochgruppe. Auch in den Freizeitstunden wussten die Kinder sich zu beschäftigen, seien es Klatsch- und Kennenlernspiele, das bekannte"Polenspiel" oder Schlamm- und Wasserschlachten.
Auch ein Hajk durfte dieses Jahr nicht fehlen. Am Wochenende ging es bei strahlendem Sonnenschein in zwei Gruppen in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb, indem wir die vielfältige Natur bewandern und erkunden durften. Spontan, wie die Pfadfinder so sind, verbrachten die "Grashüpfer" die Nacht in einem Carport einer Hotelanlage. Alle hatten ihren Spaß und kamen gut gelaunt und fröhlich, auf den mit Besuchern überfüllten Lagerplatz, zurück. Nach einer frischen Dusche waren alle wieder erholt, doch die rote Fahne zerstörte das bunte Lagertreiben. Denn aus Vorsichtsmaßnahmen wegen Unwetter, wurde schon im Vorraus ein Notfallsystem erstellt, welches nun in Kraft trat. So besagte die rote Fahne, dass man sich in den Kochgruppen versammeln musste und alles Gepäck sicher in den Rucksäcken verstauen sollte. Als der Lärm der Sirene über dem Lagerplatz ertönte, war es klar, dass der Ernstfall eingetreten war. Nun versammelten sich alle Teillager, die innerhalb von zwei Stunden mit 40-50 Bussen in die umliegenden Schulen und Turnhallen evakuiert wurden. Dort verbrachten wir trotz Kälte, harter Matten und wenig Essen und Schlaf, gut gelaunt eine Nacht mit ca. 300 weiteren Pfadis in einer Turnhalle in Münsigen. Am nächsten Morgen, zurück auf dem Lagerplatz, erwarteten uns glücklicherweise trockene und stehngebliebene Zelte und das Lagerleben konnte langsam wieder fortgesetzt werden.
So wurde, trotz sehr durchwachsenem Wetter, das Ziel einer gemeinsamen Expo am letzten Lagertag erreicht und jeder konnte sehen und erleben, was man in 10 Tagen gemeinsam schaffen kann. Glücklich und voller Erfahrungen wurde das BuLa 2014 schließlich beendet und müde und erschöpft schafften wir auch noch den Weg nach Hause.
Diese Lager, mitsamt Hajk und Evakuierung, wird sicherlich für jeden von uns eine prägende Erinnerung bleiben!
Zeitrafferaufnahme von unserem Lagerplatz während des Bundeslagers 2014:

